Über mich

handgewebt in berlin ist seit 2013 im Wedding in der Prinzenallee 58 im Hinterhof und produziert hier im Textilatelier PA58 handgewebte Produkte. Gerne kann vorbeigeschaut werden. Es werden Webkurse/ Webunterricht angeboten.
Mit maria stieger – Strickdesgin und Trois Poissons – Dorothea Eickhoff  befindet sich handgewebt in berlin im Textilatelier:
Hier weben, stricken und nähen wir. Geöffnet ist immer mittwochs und freitags von 15h – 19h und nach Vereinbarung.
Hier ein Interview, das Elisabetta von renew fabrics mit mir in meiner Werkstatt geführt hat:
———— 18 Oct 2011 ———————–

Textilherstellung : Weben. Interview mit Dagmar Rehse von handgewebtinberlin

Wie angekündigt, melde ich mir hier mit einer neuen Folge aus der Reihe zur Herstellung von Textilien. Diesmal geht es – nach dem Spinnen – nun ums Weben. Wenn die Stofffasern gesponnen sind, können sie entweder direkt zum Stricken verwendet werden (wenn sie geeignet sind) oder dienen als Basis für Textilien.

Um mich diesem Thema zu nähern, habe ich eine zeitgenössische Künstlerin interviewt und photographiert, die wunderschöne Sachen in leuchtenden Farbkombinationen herstellt: Ich besuchte Dagmar Rehse in ihrem Studio in Berlin-Neukölln und hatte einen Plausch über das Weben mit ihr.
Übrigens: Der von Dagmar verwendete Webstuhl ist ein countemarch loom, für dessen Betrieb Hände und Füße eingesetzt werden müssen.

Viel Spaß beim Lesen!

Dagmar in ihrem Studio

Wie hast du angefangen, zu weben?

Nachdem ich gestrickt, gesponnen und andere Sachen gemacht habe, bin ich auf die Idee gekommen, dass es weiter gehen könnte – und habe gesehen, dass es sogar eine Ausbildung zur Weberin gab. Ich habe dann einen Webkurs gemacht und dann die Ausbildung.

Was ist für dich Besondere am Weben?

Einerseits ist es natürlich wesentlich komplizierter – man braucht ein Webstuhl – und nicht so einfach zu erlernen, wie zum Beispiel das Stricken. Der besondere Reiz ist natürlich, große Stoffe erstellen zu können, die dann wiederum weiterverarbeitet werden können.

Kannst du kurz den Vorgang des Webens beschreiben?

Das Wichtigste ist, zu wissen, das es ein zwei-Faden-System ist: Kett– und Schuss-Faden, die beiden kreuzen sich in der Regel rechtwinklig. Das ist eine ganz alte Kulturtechnik, eben beim Flechten oder beim Stopfen: eins hoch, eins unten, eins hoch, eins unten… Das ist der Anfang. Es gibt dann eine große Entwicklung, in der zum Beispiel viel Kette auf dem Stuhl gebracht wird, so dass man viel Stoff produzieren kann, was aber viel Vorarbeit und sehr viel Vorüberlegung benötigt, bevor man beginnt. Wenn ich zum Beispiel 25 oder 40 Meter Kette mache, muss ich mir natürlich genau überlegen welches Material, in welcher Farbe in welcher Stärke ich verwende – und was ich damit produzieren will.

the loom
feet

Gibt es etwas, das dir an diesem Prozess besonders gefällt – von der Konzeption bis zum fertigen Produkt?

Neben den früheren Überlegungen, liebe ich besonders die Effekte und Farbkombinationen, die manchmal echte Überraschungen sind. Oder auch: Farben zu kombinieren, bei denen ich früher dachte, dass sie gar nicht funktionieren können.

Was sind die Hauptunterschiede zwischen handgewebten und maschinell gewebten Textilien?

Fangen wir erst bei den Gemeinsamkeiten an: Eine Webmaschine funktioniert genau wie mein Webstuhl, mit dem gleichen Fadenverkreuzung-System.
Was ich als größten Unterschied sehe, ist, dass ich nur Einzelstücke fertige und alles eine bestimmte Individualität hat. Bei einer Maschine, wird der Kettfaden für hunderte Meter Stoff mit immer dem gleichen Muster genutzt.

woven fabric, blue

Weaving

Mit welchen Rohmaterialien arbeitest du am liebsten?

In der Handweberei ist es üblich, viel mit Naturmaterialien zu arbeiten. Baumwolle ist zum Beispiel ein sehr beliebtes Kettmaterial, wie auch Leinen, das aber nicht besonders flexibel ist und dadurch höhere Anforderung braucht, wenn man es als Kette verwendet. Wolle ist natürlich auch sehr schön, und Seide, die aber sehr teuer ist.
Das Kettmaterial gibt es natürlich in verschiedenen Stärken: es hängt davon ab was für ein Stoff man produzieren möchte.
Der Kettfaden ist in der Regel der dünnere Faden den man benutzt. Der Schussfaden, der dann eingetragen oder reingeschossen wird ist meistens der dickere Faden, weil er jedes Mal hin und zurück muss. Von daher sind die immer Überlegungen: Was mache ich, in welcher Richtung, was will ich für eine Griffigkeit oder wie soll der Stoff fallen, ist es ein festes Gewebe oder ein lockeres Gewebe…?
Ich mag es, mit Naturmaterialien zu arbeiten, wie zum Beispiel Leinen oder mit Schafschurwolle für Teppiche. Ich habe auch mit Fahrradschläuchen oder mit Jeans experimentiert, als Upcycling.
Im Moment am Webstuhl habe ich als Kette eine Baumwoll-Leinen-Mischung und dann als Schuss verwende ich Leinen, auch ein unregelmäßiges Werkgarn, mit dem ich besondere Effekte erziele, mit sehr bunten Farben.

natural materials
woven from scraps

Wo kann man deine Produkte kaufen?

Ich gehe auf Märkte und auch auf Kunsthandwerkermärkte. Man kann gerne in meiner Werkstatt vorbeikommen, was viele tun, um den Prozess zu sehen und ein besonderes Stück im Auftrag zu geben. Ich bin auch dabei ein Dawanda-Shop einzurichten, wogegen ich mich lange gesträubt hatte – eben weil ich denke, Textilien muss man eigentlich sehen und anfassen.

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